Protokoll vom 29.06. 2026
Rheingauer Weintage –
ein neues Format mit Zukunft
Eine Hommage an den Rheingau – neu gedacht
Im Kalender der Weinbruderschaft hatte die jährliche Limburger Hommage an den Rheingau-Wein seit ihrer Gründung den festen Status eines „Jour fixe“. Gemeinsam wurden die Stände besucht, ausgewählte Winzer zur Präsentation ihrer Weine eingeladen oder – wie seit 2017 – ein eigener Umtrunk an der Pusteblume veranstaltet. Dort kamen nicht nur die Mitglieder der Weinbruderschaft, sondern auch vorbeiflanierende Weinfreunde in den Genuss manch guten Schlucks.
In diesem Jahr wurde dieses vertraute Format bewusst „zu den Akten gelegt“. Die Gründe dafür waren vielfältig. Ausschlaggebend war jedoch der Wunsch zahlreicher Mitglieder nach einer Veränderung. Nach sorgfältiger Abwägung entschied sich der Vorstand, die Weinbauregion Rheingau künftig mit einer eigenen Weinprobe zu würdigen – und dabei bewusst auch den Blick über den Riesling hinaus zu richten.
Der Rheingau kann mehr als Riesling
Ganz ohne Riesling geht es natürlich nicht: Die Rebsorte hat den Rheingau berühmt gemacht und prägt die Region bis heute.
Für die Weinprobe am 29. Juli hatte der Kellermeister deshalb drei Klassiker ausgewählt – ihnen aber eine bemerkenswert vielfältige Auswahl zur Seite gestellt:
Grüner Veltliner · Souvignier Gris · Sauvignon Blanc · Viognier · Chardonnay · Spätburgunder
Damit spiegelte die Probe zugleich Entwicklungen wider, die den Weinbau zunehmend beschäftigen. Viele Winzer setzen sich – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels – mit hitzeresistenteren und robusteren Rebsorten auseinander. Gerade in tiefer gelegenen Weinbergen könnte der erfolgreiche Rieslinganbau künftig schwieriger werden.
Auch das Konsumentenverhalten verändert sich. Die Weinbaubetriebe reagieren darauf mit neuen Rebsorten, neuen Weinstilen und mittlerweile sogar mit alkoholfreien Varianten.
Tradition bewahren und gleichzeitig offen für Neues bleiben – genau diese Vielfalt machte den besonderen Reiz des Abends aus.
Neun Weine – neun gute Gründe für den Rheingau
Der Abend und die verkosteten Weine gaben allen Anlass, trotz der Herausforderungen mit Zuversicht in die Wein-Zukunft zu blicken.
Dass dies gelang, war nicht zuletzt dem geschickten Beschaffungsmanagement unseres Kellermeisters zu verdanken. Die Auswahl der neun Rheingauer Weine ist in der begleitenden Broschüre zu diesem Bericht ausführlich dokumentiert.
Am Ende lässt sich festhalten: Neun Beispiele Rheingauer Winzerkunst lieferten neun gute Gründe, den Winzern der Region auch künftig die Treue zu halten – und das durchaus aus sehr unterschiedlichen persönlichen Geschmacksgründen, wie die lebhaften Diskussionen unter den Weingeschwistern zeigten.
Ein Abend mit viel Gesprächsstoff
Der Protokollant enthält sich an dieser Stelle bewusst einer persönlichen Bewertung der einzelnen Weine.
Umso erfreulicher war der lebhafte Austausch während der Probe und beim anschließenden „Nach-Kolloquium“. Die zahlreichen Gespräche und unterschiedlichen Einschätzungen bestätigten den positiven Eindruck des Abends und lassen hoffen, dass das neue Format „Rheingauer Weintage“ durchaus Zukunftspotenzial besitzt.
Rheingauer Genuss auch auf dem Teller
Nicht unerwähnt bleiben soll auch die kulinarische Begleitung.
Unser Wirt hatte trotz urlaubsbedingter Abwesenheit für einen ebenso passenden wie gelungenen Imbiss gesorgt:
Handkäs mit Musik · Spundekäs · Laugengebäck
Damit war auch kulinarisch für einen stimmigen rheinhessisch-rheingauischen Abschluss eines ebenso informativen wie genussvollen Abends gesorgt.