Protokoll vom 27.05. 2026
Es soll Menschen geben, die können von Spargel nicht genug bekommen……..
…..aber selbst die dürften bei der 2026er Auflage unseres traditionellen jährlichen Spargelessens mit begleitenden Weinen nahe an ihre Grenzen gelangt sein!! Nicht nur wurde ihnen ein vielhaltiges opulentes 5-Gang Menü offeriert, bei dem
– 1. unser Küchenmeister zu Höchstform auflief……
….. in dem er gefühlte 500 Spangen der grünen und weißen Sorte akkurat schälte und kulinarischen Transformationen unterzog,
….. selbst unbekannte Rezepte delikat auf die Teller zauberte und z.B. mit einer Spargelmousse als Dessert das staunende Kollegium zu begeistern wusste,
….. unsere dienstbaren Geister allzeit flugs und großzügig servierten, was Küche und Keller auf Tellern und in Flaschen hergaben und weder Gaumen noch Kehle jemals trocken werden ließen,
– 2. der Nachweis erbracht wurde, dass man Spargel nicht nur gekocht auf althergebrachte Art mit Salzkartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise genießen kann, sondern auch mediterran im Ofen gebacken mit Olivenöl, Balsamico-Essig, Kirschtomaten, Pinienkernen etc.;
Vielmehr haben auch unsere „Weinlogistiker“ mit fünf korrespondierenden Weinkreationen aus deutschen Anbau-Gebieten
- a) den Beweis erbrachten, dass man den jeweiligen Rezepten und Geschmacks- Nuancen durchaus harmonierende Weine zur Seite stellen kann, und dass diese sogar noch durch den Gang des Menüs einen stimmigen Spannungsbogen bildeten,
- b) nachgewiesen, dass vom Bodensee bis an die Mosel deutsche Winzerkost allemal auch hohen kulinarischen Ansprüchen gerecht werden kann,
- c) mit einer Rieslaner Auslese auch eine durchaus passende Antwort das vermeintlich problematische „süße“ Dessert fanden (auch wenn dies den Erfindern angeblich erhebliches Kopfkratzen bescherte!).
Dass das Ganze garniert war mit einer herausragenden Speisenkarte aus der Hand unserer „Grafik-Abteilung“, bedarf einer besonderen Erwähnung und verleitete einen altgedienten Politik-Veteran zu der Feststellung, dass er, würde er jemals nochmal für ein Amt kandidieren, mit derartiger Unterstützung den Sieg automatisch in der Tasche hätte! Der Protokollant ist der Meinung, dass die hohe Kunst der Künstlerin bei unserer Weinbruderschaft in besseren Händen ist!!
Zu bemerken bleibt noch, dass der das Amuse-Gueule begleitende Crémant sich seiner Nachbarschaft zu welschen Erfindern dieser Schaumwein-Gattung weder geographisch noch qualitativ schämen muss: das war ein toller Start in einen rundum gelungenen zweieinhalbstündigen Schlemmerabend; leider langte er nicht mehr als Reparaturtrunk im Übergang zu den Neigen; das gleiche Schicksal erlitt allerdings auch der Bocksbeutel des Weinguts Wirsching – leider ausgetrunken!!
Geadelt wurde der Koch durch ein literarisch-kriminalisches Impromptu einer verkannten Künstlerin aus dem Aar-Tal, das in langanhaltendem und hochverdienten Applaus für beide endete.