Protokoll vom 24.07. 2025

Pusteblume Edition 2025

(vom gemeinen Volk Rheingauer Weintage genannt)

Wenig gäbe es in der Sache zu berichten, außer vielleicht

– dem Erscheinen von einem Viertelhundert bestgelaunter Weingeschwister, zeitweilig ergänzt durch Weinglückseligkeit Suchende, wie z.B. einem gerüttelt Maß an Limburger Magistranten im Schlepptau des Stadtoberhauptes, einiger jüngerer Anverwandter der ehrbaren Bacchusjünger, etc.;

– einer wohlbestückten Auswahl trinkwürdiger Flaschen der Abteilungen Schaumweine, Weißer und Roter diverser Provenienz aus den Beständen der Bruderschaft, die der Kellermeister großherzig ausgewählt hatte, wobei sich zeigte, dass er die quantitative Aufnahmefähigkeit der Zecher weit überschätzt hatte und folglich die Kellerbestände weiterhin ansehnlich bleiben; dies gilt insbesondere auch für die fürsorglich mitgeführte alkoholfreie Variante, die aber mit ostentativer Missachtung gestraft wurde;

– einer exquisiten Auswahl an Gebackenem, großzügig gespendet von unseren Burgschwalbacher Weingeschwistern;

– einem entgegen dem Wetterbericht strahlend blauem Himmel und einer endlich einmal wieder Wasser speienden Pusteblume,

– einem nicht enden wollenden fröhlichen Redefluss, der im Allgemeinen die Grenzen der gebotenen Anständigkeit einhielt (was einen despektierlichen Zeitgenossen zu der Feststellung nötigte, dass das „Geschwätz überall gleich sei, die Weine allerdings deutlich besser als an anderen Lokalitäten des Städtchens“.

Wie gesagt, alles im Grunde nicht der Rede wert, wären da nicht zwei Denkwürdigkeiten zu protokollieren:

Einerseits ist der Beitritt eines neuen Bacchusjüngers in Form des Geschäftsführers der Energieversorgung Limburg (EVL), Herrn Martin Ertl, freudig zu vermelden. Dazu wird Weiteres anlässlich eines der kommenden Treffen vorzutragen sein.

Andererseits hält die Zukunft Einzug bei der Weinbruderschaft!! Unser Catering in Person die lieben Jola überraschte die Zecher mit einer köstlichen Kräuter-Crème Kreation und delikaten Käse- und Wurstarrangements, die bis auf den letzten Rest vertilgt wurden und niemanden hungrig hinterließ. Nun wäre auch dies ob der bekannt hohen Qualitätsstandards der Urheberin noch keiner besonderen Erwähnung wert, wäre da nicht die überraschende Antwort auf die Frage nach der so genau abgepassten Menge an Essen gewesen, die da lautete: KI – künstliche Intelligenz……sozusagen Imbiss 2.0! Der Protokollant stellt sich nun also die Herrin der Küche vor, wie sie Kenndaten (Teilnehmerzahl, Ingredienzien, Schuhgröße, Luftdruck, metabolische Daten, Sternenkonstellationen, Zwiebeldurchmesser, etc.?) in den Rechner gibt…….und ist äußerst verblüfft!

Und lässt im Geiste passieren, was passieren würde, wenn ein Federfuchser auf die Idee käme, dieses Procedere bei der Berechnung der Nachtrunke bei normalen Weinproben der Bruderschaft anzuwenden, um die Geldsäckel derselben zu schonen. Der Bruderschaftsmeister, um Rat gefragt, schwor einen heiligen Eid, dass er diese traditionellen Restanten bis auf den letzten Tropfen tapfer verteidigen werde. Auch werden unter seinem Regime weder Menge und Qualitäten der Bestände zu leiden haben! Schlussendlich gibt er zu Protokoll, dass auch die Rücklagen des Vereins von ihm mit Zähnen und Klauen gesichert und bewahrt werden!!

Zur dreiundzwanzigsten Stunde bereiteten fleißige Heinzelmännchen den fröhlichen Treiben ein stilles Ende und trollten sich in der Gewissheit, die Rheinauer Weintage in der Bruderschaft angemessener Form begangen zu haben.