Protokoll vom 26.03. 2025
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn…
Nicht nur der deutsche Dichterfürst, unter vielen anderen mehr auch Kaiserin Elisabeth von Österreich und Rainer Maria Rilke zog es, aus durchaus verschiedenen Gründen, in das Sehnsuchtsland jenseits der Alpen… auch manche Wein-Adepten priesen die Vorzüge italienischer Winzerkunst über die Zeiten, wallfahrten nach Arkadien auf den Spuren von mehr als 5 Millennien Weingeschichte in die sprichwörtlichen Weinregionen Piemont, Toskana, etc. etc.
Im Gegensatz zu den Teutonen, die in großen Scharen einerseits den Brenner und andererseits den Gotthard als schnellsten Weg zu mediterranen Gefilden nutzten und auf dem Weg die südtiroler Weine des Etschtales, die des Gardasees und die des Piemeont oder der Toskana zu ihren Favoriten erkoren, lag unseren östlichen Verwandten aus den Donau-Gefilde der Weg über die karnischen Alpen nicht nur historisch viel näher, sondern auch die Weine des julischen Friauls sozusagen im kommoden Hinterhof.
So nimmt es nicht wunder, dass die Nachfahren der K&K-Monarchie schon immer ein enges Verhältnis zu diesen Weinen hatten, während die unseren eher Weine aus den Rebsorten Arneis und Cortese für die Gipfel italienischer Weißweine hielten, während die „Strizzis“ genüsslich Ribolla Gialla und Friulano aus den ehemaligen Landen der Habsburger Monarchie schlürften.
Zu seligen Zeiten hatte auch der Bruderschaftmeister Wind von der Qualität jener Weinbau-Provinz bekommen, die Gegend bereist und die Causa auf das Programm der Weinbruderschaft gesetzt. Komplizen fand er in den Personen des Bruderschaftskanzlers und unseres neuen Weinbruders Tobias Pflumm und seiner Gefährtin Agata Lucchesi, denen für die Beschaffung der diversen Corpora Delicti zu danken ist!
Womit die Bühne bereitet war für die März 2025-Verkostung.
Nichts geht dem Bruderschaftsmeister besser von der Hand als die Begrüßung neuer Weingeschwister, und so händigte er zu Beginn der Veranstaltung den oben Genannten Tobias und Agata sowie Dr.med. Karin Weiß Vereinsnadel und das Statut der Bruderschaft mit einem herzlichen Willkommensgruß aus!!!
Ebenso stellt er die Präzisierung und Aktualisierung des Jahresprogrammes in Wort und Bild vor, dass diesem Protokoll angeheftet ist und den Weingeschwistern per elektronischer Post übermittelt wird.
Ebenso hatte der kundige Bruderschaftskanzler gemeinsam mit seiner Gefährtin Erleuchtendes und Kartographisches über das Friaul graphisch aufbereitet und zur Erbauung des geneigten Publikums auf der Leinwand des Bürgerhauses nebst einer bebilderten Verkostungsliste vorbereitet, auf das die Probanden wohl gerüstet in den Abend starten konnten. Der Protokollant steht nicht an, dies alles hier nochmals wider zu käuen und verweist folglich auf die elektronischen Annalen.
Was nun die Präsentation der neuen ausgewählten Weine angeht, bewies Weinbruder Tobias Pflumm seine Sachkunde eindrucksvoll, hatte manches zu den autochthonen Rebsorten zu berichten, ebenso zu den 5 Weinmachern, deren Kreationen in die Gläser kamen und vermittelte ein Panorama dessen, was das Friaul weinkulturell ausmacht. Nun ist selbst ein kleines Anbaugebiet schwerlich mit neun Weinen umfänglich zu beschreiben. Dennoch aber muss es auch erlaubt sein, Weine aus der gleichen Rebsorte von verschiedenen Winzern – auch aus verschiedenen Jahrgängen! – zu vergleichen, wenn es darum geht zu zeigen, wie eine Rebsorte von verschiedenen Önologen interpretiert wird!!! Das hat immer mit der gleichen Materie – hier Sauvignon Blanc und Ribolla Gialla – zu tun, und nicht etwas mit „Vergleichen zwischen Äpfel und Birnen“! Und welche Rebsorte liefert da bessere Beispiele als der Sauvignon…?!
Die hochgepriesene Weinweinprovinz hat vielleicht nicht das vergleichbare Niveau an konkurrenzfähigen Rotweinen in Vergleich zu – sagen wir mal – dem Piemont oder der Toskana –, obwohl bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts überwiegend „Rote“ im Friaul angebaut wurden! Aber dennoch waren der angebotenen Pinot Nero und der klassische autochthone Schioppettino in den Wahrnehmungen der Runde mehrheitlich so schlecht nun auch wieder nicht, dass man hätte auf den Roten des Bürgerhauses ausweichen müssen. Auch hier hat zu gelten, dass ein versuchter typischer Querschnitt dann problematisch wäre, wenn man Spitzenweine auswählen würde! Weine im Friaul haben international eine hohe Reputation – und die lassen sich die Winzer auch bezahlen. Insofern lagen die gewählten Weine bei Preisen zwischen rund 10 und 22 € durchaus im erträglichen Rahmen!
Und so schließt dieses Protokoll wie es begann
…….im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
kennst du es wohl?
Dahin, Dahin……..