Drei, von den Damen der Vorstandsmitglieder und weiteren dienstbaren Geistern festlich floral garnierte und illuminierte und mit nützlichen Hinweisen auf die zu entkorkenden Weine versehene Tafeln harrten der – vielfach schon vor der Zeit! – erschienenen 42 ebenso festlich gestimmten  Teilnehmenden, was den secretarius zwecks Befriedigung der Vorfreude (und des offensichtlichen Durstes!) veranlasste, das akademische Viertelstündchen vorweg zu nehmen und die ersten Sektkelche vor Erreichen des 7. Glockenschlages zu füllen.

Die Tische mussten sich in Geduld fassen, solange der Andrang auf die Sektbar und den – 2015 Sekt Cuvée extra brut des Weinguts Wageck-Pfaffmann aus Bissersheim, Pfalz anhielt – zu Recht, denn der einer klassischen Champagner-Cuvée mit den Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier nachempfundene Schaumwein erreicht nach 36 Monaten Hefelager und Degorgierung im Jahr 2020 durchaus Champagner-Niveau und wurde deshalb auch in seiner Klasse  mit dem VINUM Deutscher Sekt Award 2022 ausgezeichnet. Es gibt schlechtere Alternativen zum Start eines Neujahrsempfangs, was die kurzen Intervalle zwischen den „Ploppen“ der einzelnen Sektkorken eindeutig belegten!
So hatte der Bruderschaftsmeister anschließend leichtes Spiel mit dem aufgeräumten und zum Sitzen gebrachten Auditorium, als er zu seiner Neujahres-Botschaft anhob, die – sowohl launig als auch kurzweilig – das zum Ausdruck brachte, was man von derartigen Ansprachen erwartet. Folgerichtig war ihm verdienter Applaus sicher.

Unser Wirt Michael, der seinen Koch-Künsten kreativ freien Lauf gelassen und ein mehr als opulentes Culinarium auf das Buffet gezaubert hatte, entbot seine Wünsche zum Neuen Jahr, erläuterte die mediterran angehauchte Speisenfolge, lud zum Sturm auf die Auslagen ein und wünschte guten Appetit.

Es bleibt die Chronisten-Pflicht, die von bewährtem Personal kredenzten Weine zu listen, die das Essen und die angeregten Gespräche begleiteten:
 – 2021 Rüdesheimer Kirchenpfad Weißer Burgunder Kabinett trocken, Weingut Asbach Kretschmar, Rheingau
 – 2020 Sauvignon blanc, Vergelegen Wine Estate, Süd-Afrika
 – 2018 La Ligne Pinot Noir, Friedrich Becker, Pfalz
 – 2017 Chateau Côtes de Blaignan Cru bourgois Cuvée, Medoc
 – 2001 Chianti Classico Riserva, Cantina Gaggiano le Selci, Toskana

Summa summarum ergänzte das Önologische das Kulinarische harmonisch und adäquat, womit sich der Kellermeister – wenig überraschend! – Anerkennung und Lob verdiente.
Ebensolches Lob steht auch dem Bruderschaftsmeister für sein unermüdliches Bemühen, „undekorierte“ Weingeschwister mit Bruderschafts-Emblemen auszustatten, zu! (Restliche, der Vereinsnadel Bedürfende, wenden sich bitte an den secretarius zwecks Behebung des Mangels!)
Unter den zitierten Umständen nimmt es nicht Wunder, dass der Abend ohne Zwischenfälle einen dem Event angemessenen Verlauf nahm, und selbst Träger hochwertiger Preziosen nach kurzer Zeit wieder in den Besitz des ihnen Zustehendem gebracht werden konnten.
So kann am Ende nur gewünscht werden, dass das vor uns liegende Jahr – insbesondere natürlich auch das unserer Vereinigung – zumindest halb so erfolgreich verlaufen möge wie dieser Neujahrs-Empfang.
Dazu sollten in allen Belangen das Unsrige beitragen!