Protokoll der Verkostung vom 28. 08. 2019

Sommer-Ausklang mit deutschen Weißweinen aus 5 Regionen

Kolpinghaus Limburg am 28. August 2019

Bruderschaftmeister Sigi Luger begrüßte nach der langen Durststrecke des tropischen Limburger Sommers, dem u.a. die Teilnahme an den Rheingauer Weintagen wegen trinkfeindlicher Temperaturen und der Besuch des Weingutes Bender in Eschbach/Pfalz wegen ungenügender Teilnehmerzahl zum Opfer gefallen waren, um 19.40h die Ehepaare Blaschczyk, Fiebiger, Gatzka, Huth, Krause, Weis(s), sowie die ihm Angetraute und die Weingeschwister Anette Tomik und Axel Begeré zu önologischem Tun.

Mit Blick auf das wohl präparierte Ambiente verwies er auf die neu beschafften, mit Emblem und Schriftzug versehenen weinbruderschaftlichen Wein-Gläser und lud zum Erwerb selbiger zu einem Unkostenbeitrag von 5€/Glas (7€ für interessierte Nichtmitglieder) ein.

Dies gesagt, bat er unseren Kellermeister Alf Weiss, seinen für diesen Abend geplanten Anschlag auf die Geschmacks- und Geruchssensoren zu beginnen.

Nun hatte sich selbiger vorgenommen, zum Sommer-Ausklang sozusagen die Trauben etwas höher zu hängen, seine ausgewählten Weine sorgfältigst getarnt und schnöde mit Nummern versehen. Aufgabe des Weinkollegiums sollte es sein, jeweils Region, Rebsorte, Winzer und Jahrgang zu ermitteln, wobei die Abfolge als beliebig vorgegeben wurde. Um die Verwirrung auf die Spitze zu treiben, trug der secretarius noch einige Bemerkungen zu den jeweiligen Terroir-technischen Aspekten bei. Als Orientierungshilfe wurde allerdings vorgegeben, dass die große Mehrzahl der Weine schon einmal verkostet wurde, zumindest aber der Winzer auf einer Veranstaltung der Bruderschaft Thema war.

Los ging es mit zwei Weißburgundern

– 2018 Weißburgunder Kabinett, Weingut Asbach-Kretschmar, Rheingau 14%alc., S 4,9, Nase neutral, fruchtig, Terroir Tertiäre Sande

– 2014 Weißer Burgunder Mandelberg GG, Ökonomierat Rehbholz, Pfalz, 13,5%alc. RZ 1,2, S 5,2, Handlese ungefiltert, Terroir Mariner Muschelkalk

Beide zeichnen sich durch ein für deutsche Weißburgunder untypisches Volumen aus. Rebholz ist nicht ohne Grund mehrfach als bester deutscher Weißweinmacher ausgezeichnet worden.

In der dritten Abteilung glänzte

– 2014 Randersacker Marsberg Silvaner 2014, Weingut Schmitts Kinder, 12,5%alc, mit großer Nase, Salz- und Pfeffernoten, alte Reben, 32hl/ha dem man GG-Status zubilligen muß. Silvaner dieser Kategorie  bietet nach Ansicht des secretarius nur Mainfranken, was auch der später kredenzte (Nr. 7)

– 2017 Silvaner S (Spätlese trocken), Weingut Horst Sauer, 13%alc. erfolgreich bewies.

Das Weingut Simon-Bürkle, in Zwingenberg/Bergstraße hatte anläßlich des Besuches der Weinbruderschaft Eindruck hinterlassen und war mit

– 2012 Riesling Diorit, 13%alc. einem großen Wein, der in der Riesling – Kategorie keinen Vergleich scheuen muß, und

– 2013 Auxerrois 2013, 12%alc. würdig vertreten.

Die besondere Morphologie und das Terroir des Melibocus führen bei beiden Weinen zu Alleinstellungsmerkmalen, die manche Bergsträsser Weine auszeichnen, in diesem Fall nicht zuletzt die feine Mineralität.

Daß der 6. Wein

2012 Chardonnay Reserve, Weingut Friedrich Becker, Pfalz 13%alc., RZ 3,7, S 6,5

schnell identifiziert wurde, liegt nicht zuletzt an den französischen Ausbau und der Kunstfertigkeit des Winzers! Ausbau auf Feinhefe und Reifung im Barrique machen diesen Wein zu einem auch im klassischen Chardonnay – Gebiet wahrgenommenen Produkt.

Nicht fehlen durften unter dem Aspekt der Rebsorten die Rieslingen. Hier machte

2008 Bacharacher Wolfshöhle GG, Weingut Ratzenberger, Mittelrhein, 12,5%alc den Anfang, dem der secretarius eine typische „Devon-Nase“ – leicht muffiger Geruch nach feuchtem Schiefer – attestierte. Hier zeigte sich auch die Vorliebe unseres Kellermeisters für gereifte Weißweine – nicht nur in diesem Falle durchaus berechtigt!

In der Folge durfte in Verbindung mit dieser Traube die Region Mosel-Saar-Ruwer nicht fehlen, vertreten durch

– 2009 Saar Riesling, Weingut Van Volxem, 11,5%alc. der seine Schiefer-Charakteristik perfekt präsentiert. Der Winzer des Jahres 2012 hat mit seinem Einstiegswein die Saar als eine klassisches Riesling – Region bestätigt.

2010 Graacher Himmelreich Auslese, Weingut J.J. Prüm, 8%alc. ursprüngliche Säure 10 g/l!!

Mit solchen Produkten von der Mittelmosel wurde und wird der Ruhm der Mosel-Rieslinge begründet!!! Zurecht, wie selbst der secretarius in diesen beiden Fällen konzidiert!

Womit, seinen unermüdlich kunstvoll kredenzt habenden Assistenten Jola und Arnold Blaschczyk herzlich dankend, der Kellermeister unter lang anhaltendem Applaus seine Vortrag beschloß.

Der verbale Dank des Bruderschaftsmeisters war ihm – nicht zuletzt auch ob des unterhaltsamen Formats – sicher. Auch das önologische Auditorium hatte offensichtlich seinen Spaß, wenn auch die Trefferquote allenthalben zu wünschen übrig ließ – einigen Experten war ein beachtlicher Sachverstand allerdings nicht abzusprechen.

Den offiziellen Teil der Verkostung beschließend wies der BM auf die kommenden Veranstaltungen hin:

– 28.09.2019 Besuch des Weingut Bender in Eschbach/Pfalz

– 30.10.2019 Präsentation Weine aus Baden-Württemberg mit Natalie Lumpp im Dom-Hotel