Protokoll Mitgliederversamlung vom 09. 01. 2019

Rückblick auf das Jahr 2018 Weinbruderschaft Nassauer Land e.V.

Nachdem die Veranstaltungen des vergangenen Jahres ordnungsgemäß protokolliert und in den Annalen der Weinbruderschaft archiviert sind, bleibt am Ende summarisch festzuhalten, was die Mitglieder über sich ergehen ließen. Hier nun also zuerst die nackten Zahlen.

An insgesamt 10 Veranstaltungen – vom Neujahrsempfang über Frankenweine, Weinfehler-Seminar, Weingut Simon-Bürkle, Mitgliederversammlung, 10 jähriges Jubiläum, Rheingauer Weintage, Weingut Kruger-Rumpf bis hin zum Ländervergleich Frankreich – Deutschland in doppelter Ausführung nahmen 230 Mitglieder und Partner*innen bzw. Gäste teil. Macht im Schnitt 23 Personen pro Veranstaltung, wobei der Neujahrsempfang mit 53 und die Geburtstagsfeier mit 40 Anwesenden den Vogel abschossen. Dies bedeutet andererseits aber auch, dass statistisch weniger als die Hälfte der ordentlichen Mitglieder aktiv am geselligen Tun teilnimmt. Wenn man die Teilnehmer-Listen vergleicht, so sind es in der Regel immer die gleichen „Verdächtigen“, die den Einladungen folgen.

Insgesamt wurden bei den Veranstaltungen 101 verschiedene Sorten und Lagen (davon drei Champagner/Sekte) verkostet. In der Regel können wir im Jahresmittel von jeweils 3 Flaschen/Sorte (einschließlich Neigen) ausgehen, was bedeutet, dass rund 210 l ausgeschenkt wurden. Grob gerechnet bedeutet das eine Menge von knapp 10 l/Person – oder 1l pro Veranstaltung. Wenn nun eine(r) behauptet, so viel habe sie/er auf keinen Fall getrunken, dann  kann nur noch ein extremer Verdunstungsverlust die unbestechliche Statistik beeinflußt haben!!

Die aktiven Mitglieder der Weinbruderschaft haben somit ein rundes Drittel des statistisch erhobenen jährlichen deutschen Wein/Kopf – Verbrauchs in geselliger Runde „abgetrunken“. Bei einem weltweiten Konsum von 244 Mio hl/Jahr liegt Deutschland mit 28.2l/Person auf einem mickrigen 10. Platz. Unangefochtener Spitzenreiter ist mit 58.8l/Person/Jahr das glückliche Portugal, gefolgt von Frankreich mit 50.2l und Italien mit 44l! Da ist also Luft nach oben in unserer Gemeinschaft!!

Wie in so vielen Dingen ist der Vorstand auch in diesem Bereich mit gutem Beispiel vorangegangen: Bei 6 ordentlichen Sitzungen wurden in heroischen Selbstversuchen insgesamt 26 Sorten aufgekorkt und verkostet (die genaue Zahl der ausgetrunkenen Flaschen wird aus Gründen des Datenschutzes nicht bekannt gegeben!). Bei einer mittleren Teilnehmerzahl von 5 Vorständlern wären das zusätzliche 4l/Person/Jahr oder ein guter halber Liter pro Sitzung. Daraus ist abzuleiten, dass alle Beschlüsse mit klarem Kopf getroffen wurden und dass der oben postulierte Verdunstungsverlust hier nicht zu beobachten war.

Auf Vorschlag des Vorstandes hat  sich unsere Weinbruderschaft mit neuen Vorstandsmitgliedern in Form des Bruderschaftsmeisters Dr. Sigi Luger und des Bruderschaftskanzlers Arnold Blaschczyk geschmückt, in deren schlanken Händen und auf deren schmalen Schultern  nun die Geschicke unserer Vereinigung ruhen. Der ältere Teil des Vorstandes hat nach ausführlicher Prüfung der oenologischen Sachkunde und der Trinkfestigkeit der Kandidaten diese Wahl leichten Herzens befürwortet! Mit dem Stabwechsel in der Schatzmeisterei von unserem Gründungs-Kanzler und ersten Schatzmeister Werner Fuhrmann zu Weinbruder Ralph Gatzka findet das Revirement in der Führung der Weinbruderschaft sein vorläufiges Ende. Der Vorstand hat allerdings Werner Fuhrmann einstimmig zum Vorstandsmitglied ohne Portfolio auf Lebenszeit ernannt!

Des Weiteren hat der Vorstand sein Augenmerk auf die Neugestaltung des Internetauftritts unserer Gemeinschaft gelenkt; unter der Leitung unserer Weinschwester Jola Blaschczyk ist  eine großartige Website entstanden! Dafür gilt der Autorin höchste Anerkennung und größtes Lob!

Als große Innovation wurde nach angemessener umfänglicher Diskussion die Einführung von Dosiergeräten für die internen Verkostungen beschlossen und mit gutem Erfolg realisiert. Somit herrscht Gerechtigkeit in den Probiergläsern (jeweils0.04 l/Probe) und die Tafelrunde hat jederzeit Kontrolle über den Konsum, der bei dem üblichen Verkostungs-Format – bis maximal 10 Sorten –  0,4 l/Person nicht überschreiten sollte. Gleichzeitig hilft das Procedere dem jeweiligen Referenten bei der Erhaltung der Aufmerksamkeit während der Verkostung. Die „Verarbeitung“ der Neigen im Nach – Kolloquium bleibt davon allerdings unberührt. Die positiver Reaktion der Teilnehmer bestätigt die Richtigkeit der Maßnahme.

Hinsichtlich der Mitgliederzahl ist die Bruderschaft nach wie vor gut aufgestellt: einerseits haben wir mit dem Ausscheiden der Weingeschwister Birkhölzer, Blättel und Dr. Schroller drei Austritte zu beklagen, andererseits sind im vergangenen Jahr mit Jola Blaschczyk und Dr. Marius Hahn zwei neue Bacchusjünger gewonnen worden. Somit ergibt sich zum Jahresende eine Mitgliederzahl von 51 Personen, denen der secretarius für die im verflossenen Jahr geübte Geduld und Toleranz dankt.