Rheingauer Weintage 2018
Protokoll
zu dem am 26. 07. 2018 am – vor seligen Zeiten seitens der Volksbank gespendeten und von Europaplatz verbanntem – Siechenbett des Werner Senger zu Limburg stattgefunden habenden Gelage aus Anlass der eben dort.
Weder hatten der Bruderschaftskanzler Arnold und der Kellermeister Alf Mühen noch der Schatzmeister Kosten gescheut in dem Vorsatz, die Eröffnung der Weintage mit gebührendem Zutrunk zu zelebrieren.
16 wohltemperierte Weingeschwister nebst einigen Parter*innen – namentlich die Ehepaare Blaschczyk, Fuhrmann, Gatzka, Huth, Krause, Luger, Michel, Weiss und Fiebiger sowie die Weingeschwister Bausch und Tomik – fanden sich im Schatten der durch Behördenwillkür und Bürgerprotest seiner natürlichen gefiederten Anlieger entblößten Platanen zur Begrüßung durch den Bruderschaftsmeister und zu fröhlichem Tun ein.
Dazu hatte der Kellermeister aus den Tiefen der Weingewölbe folgende – ebenfalls wohltemperierte – Rebenderivate herangekarrt:
– „Animationsbrause“ Cava Rosado Reserva Vilarnau Spanien
– 2017 Winkeler Hasensprung Riesling Kabinet trocken, Weingut Kreutzberger
– 2015 Rüdesheimer Berg Roseneck Grauburgunder Spätlese trocken, Weingut Kreutzberger
– 2012 Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Spätlese trocken, Weingut Schöne
– 2008 Classic Riesling, Weingut Querbach
– 2011 Rüdesheimer Kirchenpfad Riesling Kabinett, Weingut Dr. Corver
– 2014 Bopparder Hamm Riesling trocken, Weingut Matth. Müller
– 2016 Zwingenberger Steingeröll Sylvaner feinherb, Weingut Simon-Bürkle
Angesichts der semi – infernalischen klimatischen Bedingungen stand ausreichend Wasser in Flaschen und im Brunnen zur Verfügung.
Weinbruder und Landrat Manfred Michel löste sich von seinen zermoniellen Verpflichtungen nebst dazu gehörigen Weinprinzessinnen, überbrachte eine großzügige Spende und wurde später nebst Gefährtin vom Kellermeister mit ausgewählten Tropfen traktiert. Neu-Weinbruder und Bürgermeister Marius Hahn gelang dies offensichtlich nicht auf Anhieb.
Gestört wurde das bacchantische Idyll durch fortgesetztes Gewedele mit sog. Kühltüchern, bei der sich die Nutzer so stark erhitzten, dass sie des Traktierens mit selbigen Tüchern bedurften, um auf normale Betriebstemperaturen herab zu kühlen. Dem Einwand, dass ohne Wedeln der gleiche Zustand bei weniger Energie – Verbrauch eingetreten wäre, wurde ignoranterweise keine Beachtung geschenkt! So funktioniert „product promotion“!
Mit dem Lauf der Sonne wanderte die Runde nebst Sitzgelegenheiten dem Schatten folgend in Richtung Nordwest, um gegen 19.30 der drohenden Dürre zu weichen. Während einige Aufrichtige sich den Neigen widmeten, brach der Rest zum Rundgang in die Niederungen der rheingauer Weinmacher auf in Richtung Neumarkt auf, wo dann weniger wohltemperierte Auswüchse weinbaulichen (Un-)Wesens angedient wurden – alle Jahre wieder nichts Neues!
Bruderschaftsmeister nebst secretarius jeweils mit weiblicher Bedeckung begrüßten allerlei Prominenz, ersterem glückte es, einen selbst mit Gewalt nicht mundenden Riesling gebührenfrei gegen ein leidlich besseres Produkt zu tauschen – hätte man des öfteren versuchen sollen!! Letztendlich gelang es, unseren neuen Weinbruder Marius im Kreise seines Volkes auf den Kornmarkt zu stellen, der sich mit einer großzügigen Weinspende angemessen präsentierte.
Ob der in oberen Grenzbereichen allenthalben molestierenden dBs, Celsiuses, Fahrenheits und Réaumurs suchte die Mehrzahl der Zecher gegen die zehnte Stunde das Weite, das Vorglühen preisend – weniger so die Rheingauer Weintage oder Nächte.
Dass dies alles die reine Wahrheit ist, bezeugt der secretarius