Bericht
über die sich am 24. Juni zugetragen habenden besonderen Ereignisse im Dom Hotel zu Limburg anlässlich der 10. Wiederkehr der Gründung der Weinbruderschaft Nassauer Land e.V.
ordentlich protokolliert vom secretarius selbiger.
Frühzeitig sammelten sich vierzig mehr oder weniger festlich gewandete Weingeschwister nebst Partner*innen im Foyer des – noch – im alten Unglanz nicht strahlenden Dom-Hotel, artig begrüßt von dem Bruderschaftsmeister und seinen Adlati und trefflich versorgt mit mittelrheinischem Schaumwein und Küchengrüßen. Hinzu gesellten sich neben dem Oberhaupt der Stadt Limburg, Bürgermeister Dr. Marius Hahn, und dem Vertreter der weinbruderschaftlichen Obrigkeit und Brudermeister der Weinbruderschaft Rheinhessen, Otto Schätzel nebst Gattin und – außen vor bleibendem – Jagdhund, die Presse in Form der berichtenden Zunft der Nassauischen Neuen Presse und der Lahnpost.
Munter flossen Worte und Getränke, bis der secretarius zum Aufbruch in die festlich geschmückten oberen Gefilde zwecks Labung von Gaumen und Seele einlud, nicht ohne vorher mahnende Worte zur Wahrung von Zucht und Ordnung zu sprechen. Zu diesem Behufe war jedem der Tische jeweils ein Mitglied des hohen Vorstandes zugeordnet und eine strenge Tischordnung vorgesehen worden.
Nachdem man ohne größere Tumulte oder Schlägereien seinen Platz eingenommen und keine größeres Gemurre bezüglich der zugewiesenen Tischgenossen zu vernehmen war, begrüßte der Bruderschaftsmeister Dr. Siegmund Luger in wohl gesetzten mehrsprachigen Worten Ehrengäste und die Festgemeinde, insbesondere schloss er in seine Grußworte die Witwe unseres Gründungsbrudermeisters Wolfgang Fleischer ein, die der Einladung zu diesem Feste gerne gefolgt war. Zum Ende seines Vortrages, der sich auch durch angenehme Kürze auszeichnete, bat er den Bürgermeister Dr. Marius Hahn um ein Grußwort.
Selbiger kam der Einladung flugs nach, lobte das Engagement der Weinbruderschaft für die Pflege des Kulturgutes Wein und verkündete unter Applaus des Auditoriums sein Interesse, der Bruderschaft beitreten zu wollen. Als Gastgeschenk überreichte er das Buch „Limburg a.d. Lahn im Wandel der Zeit“. Hernach bat er um Nachsicht für seinen frühen Abgang, der anderen Verpflichtungen kulinarischer und religiöser Natur geschuldet sei. Der BM dankte für die freundlichen Worte und überreichte allen Ehrengästen eine oenologische Erinnerung an diesen Tag in Form einer Flasche „Radau-Brause“.
Danach trat die Küche in Aktion, servierte die Vorspeise und versorgte die muntere Schar mit Weißweinen aus dem Geburtsjahr der Bruderschaft.
Nach abgetanem Wildsalat mit Scampi ergriff der zweite Vorsitzende der Vereinigung deutschsprachiger Weinbruderschaften das Wort und erläuterte Ziel und Zweck der Weinbruderschaften, kommentierte die vergangenen Jahrzehnte der Entwicklung im Deutschen Weinbau und kam nicht umhin, die positive Entwicklung auch im internationalen Vergleich zu würdigen. Der Weinbruderschaft Nassauer Land gratulierte er zu zehn Jahren erfolgreicher Arbeit und bot eine Zusammenarbeit mit seiner Weinbruderschaft Rheinhessen für die Zukunft an.
Unter dem strengen Regime des secretarius trat alsbald der Bruderschaftsschatzmeister Werner Fuhrmann an das Pult und ließ in einer kurzweiligen Ansprache die ersten zehn Jahre der Bruderschaft Revue passieren, erinnerte an die einschneidenden Ereignisse und die denkwürdigen Veranstaltungen, an Höhen und Tiefen, Merk- und Denkwürdiges und gipfelte in der Feststellung, dass mit der Wahl des neuen Vorstandes, insbesondere in personam Bruderschaftmeister und Bruderschaftskanzler, der Generationenwechsel vollzogen sei. Lang anhaltender Beifall folgte seinem Vortrag. Wie der secretarius in Erfahrung bringen konnte, war’s auch die gestrenge Gefährtin zufrieden.
Sozusagen als Überraschungsgast erschien der – zwar eingeladene, aber nicht angemeldete! – Landrat des Rhein – Lahn – Kreises, Herr Frank Puchtler, der in seinen Grußworten insbesondere darauf hinwies, welche Bedeutung die Nassauer Region für uns alle habe. Insofern begrüße er die Existenz der Weinbruderschaft gleichen Namens. Auch er erhielt ein Gastgeschenk in flüssiger Form.
Der guten Ordnung halber sei angemerkt, dass sein hessisches Pendant, Weinbruder und Landrat Manfred Michel wegen anderer Verpflichtungen der Einladung nicht folgte, aber eine großzügige Spende zugunsten der Weinbruderschaft entrichtete.
Abermals trat die Küche mit dem Hauptgang und den Rotweinen aus dem Jahre 2008 in Aktion. Auch wenn am Kohlrabi einige nicht den erhofften Gefallen fanden, so mundete das zarte Rind nebst sonstigen Beilagen und auch der „rote Italiener“ fand nach anfänglichem Zögern äußerste positive Zustimmung.
Entgegen der in der(frei nach einen gewissen Herrn Trump „Lügen“-)Presse verbreiteten Version wurde anschließend Gründungsbruderschaftskanzler und – schatzmeister Werner Fuhrmann nicht in den – beitragsfreien – Stand des Ehrenweinbruders erhoben! Vielmehr wurde er für seine langjährigen Bemühungen und Verdienste von der Weinbruderschaft mit einem Konvolut ausgewählter Weine geehrt. Gegen eine Beförderung zum Ehrenmitglied spricht zuallererst die feste Überzeugung unseres Schatzmeisters, dass nur ein zahlendes Mitglied ein gutes und nützliches sei. Es steht dem Vorstand nicht an, diese Überzeugung in Frage zu stellen!
Bevor die dienstbaren Geister des Hauses zu einem verdienten Applaus in den Festsaal gebeten wurde, hatte man das Vergnügen eines raffinierten Desserts einschließlich Champagner – Eis. Wohl gelungen, wie der Zuspruch der Festgesellschaft belegt!
Somit konnte der Bruderschaftsmeister gegen 15.00h den offiziellen Teil der Veranstaltung als beendet erklären. Die guten Wünsche bes Vorstandes begleiteten die Gäste in das Nach – Kolloquium, das – auch wenn die im Zuge der für den kommenden Tag angesetzten Renovierungsarbeiten erforderlichen Räumungsarbeiten unverzüglich begannen – bis nach 17.00h in exzellenter Stimmung andauerte. Dennoch wurde, wie gefordert, Sitte und Ordnung gewahrt: Weder waren bei Verlassen des Lokals die Wände bemalt, noch hatten Gäste in die Tischdecken geschnäuzt o.ä.!
Für die Richtigkeit der Angaben übernimmt der gewissenlose secretarius – auch wegen möglicher sommerlicher Hitze-Halluzinationen – so gut wie keine Gewähr.
Gegeben zu Limburg im Augustus A.D. MMXVIII